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Digital Health im Unternehmen – So fördern Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden

Flexibilisierung von Arbeitszeit und Ort, ständige Verfügbarkeit, langes Sitzen und Arbeiten vor dem Bildschirm sind nur einige der möglichen gesundheitlichen Belastungen, die mit einer neuen digitalen Arbeitswelt einhergehen. Digital Health wird in Unternehmen daher immer wichtiger. Wir erklären Ihnen, worauf sie achten müssen, damit Ihre Mitarbeitenden gesund bleiben und welche digitalen Tools Ihnen dafür zur Verfügung stehen.
Digital Health im Unternehmen – So bleiben Ihre Mitarbeitenden gesund

Wie fit sind Ihre Mitarbeitenden?

Der digitale Wandel bringt neben Chancen verschiedene Risiken mit sich. So kann die Digitalisierung zur gesundheitlichen Belastung werden. Angefangen bei der fehlenden Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben durch die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Ort, über körperliche Beschwerden bis hin zu psychischer Belastung und sozialem Wohlbefinden spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Digital Health wird damit in Unternehmen zum Schlagwort.  

Physische Gesundheit: Das Problem mit dem Sitzen

Die Ergebnisse des durch das BMBF geförderte Projekt „Gesunde Arbeit in Pionierbranchen“ zeigen, dass während körperliche Belastungen durch schwere Arbeit mit Unterstützung von Maschinen und Robotern abnehmen, Beschwerden die im Zusammenhang mit der Nutzung von Computern und sitzenden Tätigkeiten einhergehen zunehmen, ebenso wie Überlastung und emotionale Erschöpfung. Dazu zählen nicht nur Belastungen des Muskel-Skelett-Systems, des Rückens, der Glieder oder anderer Körperteile sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Immer erreichbar sein belastet die psychische Gesundheit

Die dauerhafte Nutzung digitaler Technologien verursachen Stress und können im schlimmsten Fall sogar zu Abhängigkeit führen. Unterbrechungen, Multitasking, Entgrenzungen zwischen Arbeits- und Privatleben führen dann zu psychischen Belastungen wie Ermüdung, Anspannung, Stress und Überforderung. Aber auch zu Problemen mentaler Überforderung zu denen Konzentrations- und Schlafstörungen sowie chronische Stressreaktionen gehören. Hinzu kommt, dass Mitarbeitende durch die Digitalisierung eine Leistungsüberwachung wahrnehmen mit der Sanktionsängste und ein übersteigertes Leistungsverhalten einhergehen. Die gesundheitliche Belastung kann bis hin zum Burnout führen.

Soziale Gesundheit fördern

Was ist eigentlich soziale Gesundheit? Dabei geht es um den Zusammenhalt des Teams und wie zugehörig sich einzelne Mitarbeitende fühlen. Ist diese Inklusionswahrnehmung hoch, fühlen sich die Mitarbeitenden gesünder und leistungsfähiger.

Die Studie social health@work kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass die Kündigungsbereitschaft um bis zu 50 Prozent abnimmt und sowohl psychische als auch physische Arbeitsfähigkeit um 33 Prozent bzw. 21 Prozent zunehmen. Das zeigt: Unsere sozialen Beziehungen spielen für unsere Gesundheit ebenso eine Rolle wie Körper und Seele. Alle Teammitglieder können daran arbeiten, für ein besseres Inklusion zu sorgen. Führungskräfte sind angehalten, dies aktiv zu Fördern.

So unterstützen Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden

Führungskräfte spielen im Zusammenhang mit Digital Health und dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle. Aber was können Sie tun, um dieses positiv zu beeinflussen?

Wir haben Tipps für Sie:

  • Machen Sie Ihren Mitarbeitenden klar, dass diese Grenzen zwischen Beruf- und Privatleben ziehen sollen und müssen. Das Gefühl ständiger Erreichbarkeit kann zur Belastung werden. Sie sollten unbedingt eine Vorbildfunktion einnehmen. Vermeiden Sie es beispielsweise. E-Mails spät abends oder nachts zu verschicken oder Telefonate außerhalb der Arbeitszeiten zu führen.
  • Nutzen Sie die Chancen der Digitalisierung um ihr betriebliches Gesundheitsmanagement auszubauen und Digital Health zum Thema zu machen. Sensibilisieren und informieren Sie dabei die Belegschaft und geben Sie ihnen die Möglichkeit an Gesundheitsmaßnahmen teilzunehmen.
  • Lassen Sie Ihren Mitarbeitenden Handlungsspielraum. Arbeitsunterbrechungen gehören zu den häufigsten Stressauslösern. Organisieren die Beschäftigten ihre Arbeit selbst und legen Arbeitsbedingungen wie beispielsweise störungsfreie Arbeitszeiten fest, kann digitalem Stress und Zeitdruck vorgebeugt werden.
  • Ihr Führungsstil spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Stress. Sowohl die von Ihnen festgelegten Rahmenbedingungen als auch Verständnis und Unterstützung von Ihnen oder Ihr eigenes Stresslevel beeinflussen jenes Ihrer Mitarbeitenden.
  • Schaffen Sie die Grundlage für Digital Detox in Ihrem Unternehmen.
Digital Detox in der Arbeitswelt – geht das?

#DigitalDetox in der Arbeitswelt – geht das?  

„Digital Detox“ umfasst eine Zeitspanne, in der vollständig auf die Nutzung jeglicher elektronischen Geräte verzichtet wird. In einer digitalisierten Welt beschränkt sich dies längst nicht mehr nur auf den privaten Bereich. So reagieren auch Unternehmen darauf, dass Mitarbeitende auf Grund ständiger Erreichbarkeit durch mobile Endgeräte Stress ausgesetzt sind. Mit dem Stress können unter anderem Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeine Müdigkeit einher gehen. Die Arbeitsleistung- und -zufriedenheit sinken. Stressbewältigungskompetenzen werden daher zu einem wichtigen Präventionsprinzip, insbesondere im Zusammenhang mit digitalen Stressauslösern wie Unterbrechungen oder Informationsflut kann Digital Detox ein effektives Vorgehen sein.

Sie wissen nicht wie Digital Detox in Ihrem Unternehmen aussehen kann? Überlegen Sie ob sich folgende Maßnahmen umsetzen lassen:

  • Sie nutzen in Ihrem Unternehmen Teams, Zoom, Gmail, WhatsApp, Outlook und weiter Tools? Reduzieren Sie Ihre digitalen Kommunikationskanäle. Die Vielzahl an Medien und die Kombination mit verschiedenen Kanälen kann schnell komplex werden und verursacht bei den Nutzenden Stress. Es gilt: Nur weil etwas digital ist, ist es nicht automatisch smart. Überlegen Sie sich welche Kanäle und Medien Sie brauchen und schalten Sie ab, was nicht genutzt werden muss.

Tipp: In unserem Beitrag „Grün Digitalisieren: Diese nachhaltigen digitalen Tools sollten Sie kennen“ stellen wir Ihnen nachhaltige Tools vor. Überlegen Sie ob Sie nicht nur Kanäle reduzieren, sondern direkt zu nachhaltigen Alternativen wechseln.

  • Schalten Sie die E-Mail-Server nach Feierabend ab. Selbes können Sie für Feiertage, Wochenenden, Krankenstand und Urlaub umsetzen. Wollen Sie die Mails nicht komplett abschalten können Sie E-Mail-Regeln festlegen. Empfehlen Sie Ihren Mitarbeitenden, E-Mails nur zu festen Mail-Öffnungszeiten zu lesen. Denn diese lenken in erster Linie vom Arbeiten ab und hemmen die Produktivität. Zusätzlich haben die Mails für die eigentlichen Arbeitsaufgaben meist keine Bedeutung.  
  • Nutzen Sie Digital Detox Apps. Klingt widersprüchlich? Ist es nicht, denn diese sorgen dafür, dass wir unser Nutzungsverhalten im Blick haben. Sehen wir am Ende des Tages, dass wir sechs Stunden am Smartphone verbracht haben, kann das für Zurückhaltung bei zukünftiger Nutzung sorgen.
  • Buchen Sie Workshops, Seminare und Vorträge, die Sie dabei unterstützen einen gesunden Umgang mit digitalen Technologien zu entwickeln. Angebote dazu finden Sie beispielsweise bei Digitale Balance,  der IHK Akademie Koblenz, die Techniker oder der Haufe Akademie.

Digital Detox Wochen

  • Haben Sie schon einmal etwas von Digital Detox Wochen gehört? Dabei handelt es sich vielleicht um genau das richtige für Ihr Unternehmen: Über eine Woche hinweg werden jeden Tag kleine Schritte umgesetzt. So können Montag beispielsweise alle Mitarbeitenden aufgefordert werden sich von ungewollten E-Mail Newslettern abzumelden. Am Dienstag werden dann Applikationen gelöscht, die in den letzten Monaten nicht genutzt wurden. Für die übrigen Tage können Sie aus einer Vielzahl weiterer Maßnahmen wählen. Das Abschalten von Push-Notifikationen für soziale Medien, einen Tag keine sozialen Medien nutzen, die Mittagspause ohne Handy und Computer verbringen, das Handy einen Tag lang abschalten. Ihnen stehen verschiedene Optionen offen.

Digital Detox in seiner klassischen Definition als vollständiger Verzicht auf elektronische Geräte ist am Arbeitsplatz nicht umsetzbar. Laptop, Smartphone und Internet sind in den meisten Berufen notwendig. Hier eigenen sich Digital Break und der bewusstere Umgang mit der Technik.  

Digitale Tools für mehr Gesundheit im Arbeitsalltag

Die Digitalisierung stellt Tools zur Verfügung, mit denen die Gesundheit der Mitarbeitenden gefördert und verbessert werden kann. Überlegen Sie was Sie in Ihrem Unternehmen nutzen können:

Digital Detox Apps:

  • Eine App die Digital Detox erleichtern kann ist Quality Time. Damit können die Nutzenden tracken wie viel Zeit sie am Handy und in einzelnen Anwendungen verbringen. Sie können dann eine Gerätenutzungswarnung einrichten und erhalten so eine Benachrichtigung, wenn das Telefonnutzungslimit überschritten wird.
  • Eine Alternative dazu ist Menthal Balance. Hier wird ebenfalls das Nutzungsverhalten erfasst. Zusätzlich zeigt die App an, bei welchen Unternehmen die Nutzenden über Soziale Netzwerke zum Mikroziel werden.
  • Eine weitere App, die sich für Digital Detox eignet ist Offtime. Darüber kann verhindert werden, dass während einer offline Zeitspanne andere Apps, Anrufe oder E-Mails diese unterbrechen und die Nutzenden ablenken.

Apps für psychische und physische Gesundheit:

  • Für Bewegung während der Arbeit sorgt MOVEVO. Ziel des Startups ist es über verschiedene Challenges und regelmäßige kleine Impulse Bewegung in den Berufsalltag zu integrieren. Sensible Gesundheitsdaten werden nicht erhoben und alle anderen Daten anonymisiert. Diese werden dann zur Effizienzsteigerung an das Unternehmen weitergegeben.
  • Machtfit bietet eine komplette Plattform für das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Darauf werden neben Kursangeboten verschiedene Challenges zur Verfügung gestellt. Außerdem ist bereits ein anonymisiertes und datenschutzkonformes Reporting-Tool integriert.
  • Um psychischen Erkrankungen präventiv vorzubeugen oder sie zu behandeln eignet sich die App des Berliner Startups Selfapy. Diese wurde unter wissenschaftlicher Begleitung entwickelt und ist zudem kostenfrei auch auf Rezept erhältlich.  Kurse gibt es unter anderem zu den Themen Depression, Angststörung oder Panikstörung.
  • Equeo, Was ich esse, Schrittzähler und Videa Bewegt sind nur einige der weiteren zahllosen Apps, die genutzt und empfohlen werden können um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu verbessern.

Überlegen Sie welche App sich am besten für Ihr Unternehmen eignet

Tipp: Beziehen Sie Ihre Mitarbeitenden in die Auswahl der Gesundheitsfördernden Maßnahmen und Anwendungen mit ein. So können Sie die Akzeptanz und Nutzung dieser steigern. Sie wissen selbst am besten was sich gut eignet.

Die sinkende Arbeitszufriedenheit, ein verringertes Leistungsvermögen sowie vermeidbare Krankheitstage der Mitarbeitenden sollten für alle Unternehmen Grund genug sein, sich mit der digitalen Belastung der Mitarbeitenden auseinander zu setzen. So verbessern Sie nicht nur die Gesundheit in Ihrem Unternehmen sondern steigern außerdem die Effizienz.

Text: Esta Winkler

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