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Wirtschaftliche Ökosysteme – Erfolgreich durch Kooperation

„Wenn ihr schnell vorankommen wollt, dann geht alleine; wenn ihr weit kommen wollt, dann geht zusammen.“ Dieses Sprichwort steht sinnbildlich für das Prinzip des wirtschaftlichen Ökosystems, auf das sich mehr und mehr Unternehmen in ihrer Zusammenarbeit berufen. Anstelle von Konkurrenz tritt hierbei der Teamgedanke: Ein gemeinsames Ziel soll durch verschiedene Formen von Kooperationen und Partnerschaften erreicht werden. Wie diese Zusammenschlüsse aussehen und wie wirtschaftliche Ökosysteme zu unternehmerischen Erfolgen führen können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Wirtschaftliche Ökosysteme im Mittelstand. Erfolgreich durch Kooperation.

Was ist ein wirtschaftliches Ökosystem?

In Analogie zu biologischen Ökosystemen beschreiben auch die wirtschaftlichen Ökosysteme ein Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure, die in einem gewissen Raum oder Rahmen miteinander agieren. Um gemeinsam ein Ziel zu erreichen nutzen kleine und mittlere Unternehmen, Initiativen, Hochschulen, Ministerien oder auch NGOs eine gemeinsamen Sprache und dieselben Technologien. Entscheidend dabei ist die Art und Weise, wie bzw. über welche Plattformen miteinander kommuniziert wird. Diese Kommunikation definiert den Raum, in dem jede:r  Teilnehmer:in seinen Anteil beisteuert und somit einen Beitrag für eine erfolgreiche Kooperation leistet.

Wie setzen sich wirtschaftliche Ökosysteme zusammen?

Egal ob gemeinsames Monitoring, der Zugriff auf spezialisiertes Wissen oder der Austausch von Best-Practice Beispielen: Die verschiedenen Akteure in einem Ökosystem wollen voneinander profitieren und einen gegenseitigen Innovationsfaktor schaffen. Ein wirtschaftliches Ökosystem definiert sich zusätzlich über die Wechselwirkung des Wettbewerbs, der durch neue Beteiligte angefacht wird. Je diverser ein System dabei ist, desto größer ist die Chance auf Innovation. Der Mehrwert liegt hier auf der Hand: Während KMUs und Start-ups von dem exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs im eigenen Unternehmen profitieren, schaffen es Universitäten durch wirtschaftsnahe Kooperationen Studierende auf sich aufmerksam zu machen.

So können in einem identischen Rahmen auch unterschiedliche Akteure wie Verbände, Wettbewerber, Lieferanten, Kunden und Hochschulen neben- und miteinander existieren. Dabei ist es unerheblich, ob sich das wirtschaftliche Ökosystem regional, national oder international organisiert. Basierend auf der jeweiligen Kommunikationsgrundlage kommunizieren und agieren sie ortsunabhängig.

Wie werde ich Teil eines wirtschaftlichen Ökosystems?

Der Begriff des wirtschaftlichen Ökosystems mag erstmal abstrakt klingen. Dabei sind auch in Deutschland viele solcher Systeme vorhanden und der direkte Einstieg ist denkbar einfach. Die Rede ist von Hubs, Co-Working-Spaces oder themenbezogenen Gemeinschaften. Eine zielgerichtete Suchanfrage führt hier schon oftmals zum Erfolg. Die Beitrittsvoraussetzungen unterscheiden sich dabei von System zu System. So finden sich bei Unternehmensnetzwerken (Hubs) oftmals Mitgliedsbeiträge als Eintrittskarte. Der de:hub – digitales Ökosystem; vereint und matched deutschlandweit Unternehmen mit StartUps und Expert:innen. Weitere Netzwerke, welche sich über eine Suchanfrage finden lassen, sind der Impact Hub Germany, KI-Berlin, der AI-Campus, oder der Hub.Berlin. Um Teil der Community eines Co-Working-Spaces zu werden, kann man sich in solche einmieten. Coworkingguide.de bietet beispielsweise eine Auswahl an 75 Möglichkeiten für den Standort Berlin. Alternativ kann auch die Gründung eines eigenen wirtschaftlichen Ökosystems in Betracht gezogen werden. Hierfür werden lediglich Partner:innen benötigt, welche dabei helfen ein Ziel zu erreichen, zu welchem man nur durch die vereinte Stärke und Expertise in der Lage ist.

Beispiele erfolgreicher Ökosysteme

Die prominentesten Beispiele findet man im Big Tech. Amazon, Google und Apple stehen hier an erster Stelle. Diese drei Großkonzerne haben jeweils eine digitale Plattform geschaffen, auf der mehrere Märkte zusammengefasst sind. Das besondere an den jeweiligen Unternehmen ist der starke Fokus auf die Digitalisierung, sowie die innovationsgetriebene Konzernstruktur. Weitere vorhandene digitale Ökosysteme finden sich im Bereich des Car-Sharings oder der Urlaubsreisen. Die hier genannten Beispiele agieren hauptsächlich im Dienstleistungssektor. Ihr Erfolg liegt dabei unter anderem in der Usability und User Experience ihrer Produkte begründet – so sind sie dafür bekannt, dass der Zugang zu ihren Angeboten so niedrigschwellig wie möglich gestaltet ist. Diese stark nutzerzentrierte Produktentwicklung lässt sich auf das jeweilige dahinterliegende Ökosystem zurückführen. Hier wird auf die gesamte Bandbreite und Diversität des unterschiedlichen Expertenwissens zurückgegriffen.

Wissensaustausch durch Ökosysteme

Wirtschaftliche Ökosysteme definieren sich dabei nicht nur durch den barrierefreien digitalen Austausch von Expertise, sondern mitunter auch durch ein direktes Zusammenwirken unterschiedlicher Unternehmen an einem geteilten Standort. Das prominenteste Beispiel ist das Silicon Valley, aus dem viele der weltweit erfolgreichsten Startups hervorgegangen ist. Der gebündelte Standort ist dabei nicht nur für Zulieferer interessant. So steht der Cluster Silicon Valley vor allem für den Wissensaustausch, der zwischen den einzelnen Unternehmen herrscht. Dieses System lässt sich im kleinen auch in einem Co-Working Space betrachten: Unterschiedlichste Akteure, in einem Gebäude vereint, profitieren hier von einem permanenten Wissenstransfer. Der stetige Wissensaustausch an der Kaffeemaschine, auf den Open-Work-Spaces, oder Informationsveranstaltungen führt zu regelmäßigen Kooperations- und Kollaborationsmöglichkeiten. 

Erfolgreich durch Kooperation

Nicht zuletzt durch eine erfolgreiche Digitalisierung des eigenen kleinen und mittleren Unternehmens bieten wirtschaftliche Ökosysteme eine gute Option um das eigene Geschäftsmodell zu erweitern. Allein die Bandbreite an Mitgliedern schafft einen einmaligen Zuwachs an Innovation, Wettbewerb und Wissenstransfer. Das wirtschaftliche Ökosystem profitiert und lernt als Ganzes von der Expertise und den Erfahrungen der einzelnen in ihm vereinten Akteure. Der dauerhafte Austausch, sowie das ständige Netzwerken und die Evaluation der Angebote bahnen dabei oftmals den Weg zu neuen Projekten, Unternehmensneu- oder Ausgründungen aber auch Fusionen.

Autor: Julian Rupp

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