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Voraussetzung

Typ 1: Einstieg & Information

Ziel

Schaffen Sie ein Bewusstsein für die Relevanz und den aktuellen Stand der (digitalen) Weiterbildung in Ihrem Unternehmen.

Bisherige Lernwege sichtbar machen

Einen wichtigen Schritt zur Auseinandersetzung mit der Lernkultur und den Weiterbildungsbedarfen Ihres Unternehmens haben Sie mit der Selbsteinschätzung bereits getan! Ein weiterer Teil dieser Reflexion besteht darin, ein Bewusstsein für die diversen Wege der unternehmensinternen Wissensvermittlung zu entwickeln. Denn jede MitarbeiterIn Ihres Unternehmens ist eine potentielle WissensträgerIn. Insbesondere in KMU sind MitarbeiterInnen sogar oftmals die alleinigen WissensträgerInnen, sodass bei ihrem Austritt ein hoher Wissensverlust droht.1 Folgende Unterscheidung ist hierbei wichtig: Es gibt in Ihrem Unternehmen neben explizitem Wissen, das leicht verbalisierbar ist und sich auf Fakten bezieht, auch wertvolles sogenanntes implizites Wissen. Implizites Wissen umfasst Erfahrungswissen, das in “Handlungen, Routinen und Verhalten” verankert ist, und KollegInnen nur schwer zu erklären ist.2 Das bedeutet, dass MitarbeiterInnen in der Lage sind, etwas auszuführen, ohne genau beschreiben zu können, wie, oder auf welchem praktischen Wissen diese Fähigkeiten beruhen.

Erfahrungswissen nutzbar machen

Eine zentrale Herausforderung für das Wissensmanagement Ihres Unternehmens ist es deshalb, dieses langjährige Erfahrungswissen Ihrer MitarbeiterInnen für KollegInnen nutzbar zu machen. Verbreitet wird dieses Erfahrungswissen zumeist über informelle Wege, beispielsweise im Austausch mit KollegInnen. Lernen findet also auch – oder vor allem – außerhalb von Seminarräumen statt. Sicherlich gibt es auch in Ihrem Unternehmen schon eine ganze Reihe solcher “unsichtbarer” Weiterbildungsmethoden, die Sie selbstverständlich zum betrieblichen Alltag zählen, aber nicht gezielt als Lernmethoden bezeichnen würden. Das Identifizieren bestehender Lernwege und WissensträgerInnen ist dabei ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Einführung digitaler Methoden in Ihrem Unternehmen.

Das Storytelling-Prinzip

Eine konkrete und leicht umsetzbare Methode, implizites Wissen und informelle Vermittlungswege offenzulegen, ist das sogenannte “Storytelling”-Prinzip: Mit diesem narrativen Tool soll das explizite und implizite Wissens der MitarbeiterInnen abgefragt werden. Dazu werden den Mitarbeitenden in einem ersten Schritt Handlungskontexte vorgelegt, bei denen diese zum Beispiel Problemlösungsfähigkeiten einbringen müssen. Im zweiten Schritt beschreiben die MitarbeiterInnen, wie sie mit der Situation umgegangen sind und welche Strategien und Fähigkeiten sie zur Lösungsfindung angewendet haben. Im dritten Schritt werden Kerninhalte aus den Erfahrungswerten aufgeschrieben und visualisiert (etwa in Workshops, Interviews oder Mind-Maps). Anschließend werden sie im Plenum ausgewertet. Die dahinter liegenden Wissensbestände und Lernwege – implizite oder explizite – werden im Hinblick auf vielversprechende Ansätze für die Weiterbildungsstrategie im Unternehmen analysiert.3

Führungskräfte für Chancen digitaler Weiterbildung sensibilisieren

Ein zentraler Hebel für die Schaffung einer offenen Lernkultur sind die Führungskräfte Ihres Unternehmens. In KMU werden diese häufig über die Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit befördert, sodass Lernphasen teils schon länger zurückliegen können.4 Binden Sie deshalb Führungskräfte frühzeitig mit ein. Versuchen Sie einzuschätzen, wo sie stehen und wie ihre Einstellung zum Thema Weiterbildung ist. Sensibilisieren Sie sie für die Relevanz von digitaler Weiterbildung. Digitale Weiterbildung lohnt sich in vielerlei Hinsicht:

Zukunftsfähigkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens sichern

Digitale Weiterbildung unterstützt Sie dabei, Ihre MitarbeiterInnen mit zukunftsfähigen Kompetenzen auszustatten und so Produktivität und Leistungseffizienz zu steigern.5

Digitale Transformation meistern

Tätigkeitsprofile verändern sich rasant. Digitale Weiterbildungsformate ermöglichen es, mit der vom Markt geforderten Agilität und Schnelligkeit auf die durch Digitalisierungsprozesse hervorgerufenen Anforderungen wie mehr Wettbewerbsfähigkeit, zu reagieren.

Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen

Ein vielfältiges Weiterbildungsangebot ist eine Chance, Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Zudem können Sie dadurch die Zufriedenheit Ihrer MitarbeiterInnen erhöhen und den Wissenshunger Ihrer Belegschaft stillen.

Größeres Bewusstsein für die Relevanz von Fortbildung erreichen Sie, indem Sie in den Zielvereinbarungen aller Führungskräfte die Weiterqualifizierung Ihrer MitarbeiterInnen festlegen. Machen Sie den Führungskräften den Nutzen von Weiterbildungen bewusst (siehe Ausführungen oben). Denn mit ungenügend qualifizierten MitarbeiterInnen kann es schwer werden, dem Wettbewerbsdruck und den Kompetenzanforderungen langfristig gerecht zu werden.

Tipp

Damit die Weiterbildungsstrategie in Ihrem Unternehmen erfolgreich ist, ist es entscheidend, alle Beteiligten – Beschäftigte, Fachabteilungen und den Betriebsrat – frühzeitig in den Umsetzungsprozess einzubinden. Insbesondere bei der Einführung digitaler Methoden hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrechte. In einer Betriebsvereinbarung können Sie beispielsweise Anforderungen oder Mindestumfang der Weiterbildung festlegen.6